Moed Katan 8

Kapitel 8

א מדלין שלופי כדתנן המידל בגפנים כשם שהוא מידל בשלו כך הוא מידל בשל עניים דברי ר' יהודה רבי מאיר אומר בשלו רשאי ואינו רשאי בשל עניים
1 ‘schöpfen’ heißt ‘herausziehen’ wie gelehrt wird: Wenn jemand Weinreben ausbeert, so beere er auch die der Armen aus, wie er seine ausbeert – so R. Jehuda; R. Meír sagt, wohl dürfe er dies bei seinen, nicht aber bei denen der Armen.
ב אמר ליה והתניא מדלין מים לירקות כדי לאוכלן אמר ליה אי תניא תניא:
2 Dieser erwiderte: Es wird ja aber gelehrt, man dürfe Wasser für Kräuter schöpfen, um sie zu essen!? Jener entgegnete: Ist dies gelehrt worden, so ist es gelehrt worden.
ג ואין עושין עוגיות לגפנים: מאי עוגיות אמר רב יהודה בנכי תניא נמי הכי אלו הן עוגיות בדידין שבעיקרי זיתים ושבעיקרי גפנים
3 M<small>AN DARF KEINE</small> K<small>REISFURCHEN UM DIE</small> W<small>EINSTÖCKE MACHEN</small>. Was sind U͑gjoth? R. Jehuda erwiderte: Kreisfurchen. Ebenso wird auch gelehrt: U͑gjoth sind die Furchen um die Wurzeln der Olivenbäume und Weinstöcke. –
ד איני והא רב יהודה שרא לבני בר ציתאי למעבד בנכי לכרמיהון לא קשיא הא בחדתי הא בעתיקי:
4 Dem ist ja aber nicht so, R. Jehuda erlaubte ja den Leuten von Barçita Furchen auf ihren Weinbergen zu machen!? – Das ist kein Einwand, dies bei neuen, jenes bei alten.
ה ר' אלעזר בן עזריה אומר אין עושין את האמה: בשלמא מועד משום דקא טרח אלא שביעית מאי טעמא
5 R. E<small>LEA͑ZAR B.</small> A<small>͑ZARJA SAGT, MAN DÜRFE KEINEN</small> W<small>ASSERGRABEN ERRICHTEN</small>. Allerdings nicht am Halbfeste, wegen der Mühe, weshalb aber nicht im Siebentjahre? –
ו פליגו בה רבי זירא ורבי אבא בר ממל חד אמר מפני שנראה כעודר וחד אמר מפני שמכשיר אגפיה לזריעה
6 Hierüber streiten R. Zera und R. Abba b. Mamal; einer sagt, weil dies den Anschein des Behackens hat, und einer sagt, weil man die Ufer zum Säen brauchbar macht. –
ז מאי בינייהו איכא בינייהו דקא אתו מיא בתריה מאן דאמר מפני שמכשיר אגפיה לזריעה איכא ומ"ד מפני שנראה כעודר ליכא
7 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn gleich darauf Wasser kommt; nach demjenigen, welcher sagt, man mache die Ufer zum Säen brauchbar, ist dies zu berücksichtigen, und nach demjenigen, welcher sagt, es habe den Anschein des Behackens, ist nichts zu berücksichtigen. –
ח ולמאן דאמר מפני שנראה כעודר ליחוש מפני שמכשיר אגפיה לזריעה אלא איכא בינייהו דקא שקיל מיניה ושדי לבראי למאן דאמר מפני שמכשיר אגפיה לזריעה ליכא למ"ד מפני שנראה כעודר איכא
8 Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, weil es den Anschein des Behackens hat, sollte doch berücksichtigt werden, man macht die Ufer zum Säen brauchbar!? – Vielmehr einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn man [den Schutt] herausnimmt und weit fortwirft; nach demjenigen, welcher sagt, weil man die Ufer zum Besäen brauchbar macht, ist nichts zu berücksichtigen, und nach demjenigen, welcher sagt, weil es den Anschein des Behackens hat, ist dies zu berücksichtigen. –
ט ולמ"ד מפני שמכשיר אגפיה לזריעה ליחוש מפני שנראה כעודר עודר נמי כי קא שקיל בדוכתיה מנח ליה
9 Aber auch nach demjenigen, welcher sagt, weil man die Ufer zum Besäen brauchbar macht, sollte doch berücksichtigt werden, es hat den Anschein des Behackens!? – Auch beim Behacken läßt man [den Schutt] daneben liegen.
י אמימר מתני לה מפני שנראה כעודר וקשיא ליה דרבי אלעזר בן עזריה אדר' אלעזר בן עזריה ומי אמר ר' אלעזר בן עזריה כל שנראה כעודר אסור
10 Amemar lehrte [ausdrücklich]: weil es den Anschein des Behackens hat, und wies auf einen Widerspruch hin, in dem R. Elea͑zar b. A͑zarja sich befindet: kann R. Elea͑zar b. A͑zarja denn gesagt haben, daß es, wo es den Anschein des Behackens hat, verboten sei,
יא ורמינהי עושה אדם את זבלו אוצר ר' מאיר אוסר עד שיעמיק שלשה טפחים או עד שיגביה ג' טפחים היה לו דבר מועט מוסיף עליו והולך
11 dem widersprechend wird ja gelehrt: Man darf [im Siebentjahre] den Dung in einem Haufen sammeln; R. Meír verbietet dies, es sei denn, daß man ihn drei Handbreiten tiefer oder drei Handbreiten höher legt. Hat man nur wenig, so füge man nach und nach hinzu;
יב רבי אלעזר בן עזריה אוסר עד שיעמיק שלשה או עד שיגביה שלשה או עד שיתן על הסלע
12 R. Elea͑zar b. A͑zarja verbietet dies, es sei denn, daß man ihn drei Handbreiten tiefer oder drei Handbreiten höher legt, oder daß man ihn auf einen Felsen legt.
יג ר' זירא ור' אבא בר ממל חד אמר כגון שהעמיק וחד אמר זיבלו מוכיח עליו:
13 R. Zera und R. Abba b. Mamal [erklärten es]; einer erklärte, wenn die Vertiefung [bereits vorhanden] war, und einer erklärte, der Dung beweise es.
יד ומתקנין את המקולקלת במועד: מאי מקולקלת אמר רבי אבא שאם היתה עמוקה טפח מעמידה על ששה טפחים
14 U<small>ND AM</small> H<small>ALBFESTE VERFALLENE AUSBESSERN</small>. Was heißt ‘verfallene’? R. Abba erwiderte: Wenn die Tiefe bis auf eine Handbreite reduziert wurde, so darf man sie wieder auf sechs herstellen.
טו פשיטא חצי טפח על שלשה טפחים כיון דלא עבר מיא לא כלום הוא טפחיים על שנים עשר דקא טרח טירחא יתירא לא
15 Selbstverständlich ist es von einer halben Handbreite auf drei [verboten], denn da in einem solchen kein Wasser fließt, so ist es nichts, und ebenso von zwei auf zwölf, weil dies sehr mühevoll ist.
טז טפחיים על שבעה מהו הכא חמשה קא מעמיק והכא חמשה קא מעמיק או דלמא כיון דאיכא טפח יתירא איכא טירחא טפי תיקו
16 Wie ist es aber von zwei auf sieben: da tieft man fünf aus und hierbei tieft man fünf aus, oder aber [ist es verboten], weil die Handbreite darüber eine unnötige Mühe ist? – Dies bleibt unentschieden.
יז אביי שרא לבני בר המדך לשחופי נהרא רבי ירמיה שרא להו לבני סכותא למיכרא נהרא טמימא רב אשי שרא להו לבני מתא מחסיא לאקדוחי נהר בורניץ אמר כיון דשתו מיניה רבים כרבים דמי ותנן עושין כל צורכי רבים:
17 Abajje erlaubte den Leuten von Bar Hamdakh einen Fluß von Gezweigen zu reinigen. R. Jirmeja erlaubte den Leuten von Sekutha einen verstopften Fluß auszubaggern. R. Aši erlaubte den Leuten von Matha Meḥasja im Flusse Burniç [eine Sandbank] zu durchstechen, indem er sagte, da das Publikum aus diesem trinkt, so erfolgt es für die Öffentlichkeit, und wir haben gelernt, man dürfe alle öffentlichen Arbeiten verrichten.
יח ומתקנין את
18 M<small>AN DARF DIE BESCHÄDIGTEN</small>